Ich habe lange überlegt, ob ich zu dem Thema was schreibe. Zum Einen weil es eigentlich völlig themenfremd ist, so ein Blog-Teil einer Website aber auch ein Sprachrohr sein soll und zum Anderen, weil es für mich völlig normal und selbstverständlich ist und persönlich nie ein Thema war, was ich hinterfragt hätte. Wovon sprech ich überhaupt? LGBT(Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender)-Rights.

Da nun heute offiziell die Olympischen Winterspiele in Sochi (nebenher bemerkt, dem wärmsten Ort in ganz Russland und wohl dem Einzigen, in dem nie Schnee fällt) beginnen und den Sportlern vom IOC nicht nur empfohlen wird, sich nicht zu äussern, sondern mit Ausschluss von den Spielen gedroht wurde und man im Netz nicht lange suchen muss um die ekelhaftesten und schockierendsten Fotos und Videos von Gewaltausbrüchen gegen LGBT-Menschen zu entdecken, möchte ich diesen Blog doch mal für ein Statement nutzen.

Da bin ich natürlich alles andere als der Einzige. Google z.B. hat seine Startseite gerade angepasst und dazu auch einen Auszug aus der Olympischen Charta gepostet, den sich das IOC mal in Erinnerung rufen sollte. Hier ein Screenshot:

Screenshot 2014-02-07 01.25.24

Das Canadian Institute of Diversity and Inclusion hat diesen Clip ins Netz gestellt:

Es gibt an vielen Ecken Äusserungen und Aktionen gegen die Gesetze in Russland, gegen Homophobie generell. Das ist gut und richtig, allerdings sollten wir uns alle fragen, wieso das überhaupt nötig ist. Solang es in unserer Gesellschaft aber nötig erscheint, dass sich ein Mensch “outet”, wie vor ein paar Wochen Thomas Hitzlsperger und dann von anderen populären Sportlern Aussagen getätigt werden, wie von Jens Lehmann beispielsweise, solang wird auch ein Statement gegen Homophobie nötig sein. Dass dies 2014 noch immer so ist, ist mehr als traurig und macht mich gleichzeitig wütend.

Um einen, leider zutiefst gebräuchlichen und mich ebenso anwidernden, Sprachgebrauch aufzugreifen: eure Homophobie ist so schwul.

Geht es doch nicht darum, ob du mit einem Mann oder einer Frau ins Bett gehst, sondern in wen du dich verliebst. Geht es doch nicht darum in welchem Körper du geboren wurdest, sondern wie du dich wohl fühlst.

Eine deutsche Punk-Band hat das mal ganz einfach und für jeden verständlich ausgedrückt:

Ich bin schwul, ich bin jüdisch
und ein Kommunist dazu
ich bin schwarz und behindert
doch genauso Mensch wie Du
Ich bin hochintelligent
und doch so doof wie Sauerkraut
ich bin schön, ich bin häßlich,
ich bin fett und gut gebaut
Es gibt nichts-
nichts was dich besser macht als mich
denn auch du hast Deine Fehler,
deine Fehler so wie ich
und die Fehler sind nix falsches,
sie gehören zu dir und mir
Und wenn du’s nicht auf die Reihe
kriegst, kann niemand was dafür

Du bist einer von Milliarden
und das musst du akzeptiern
Du bist einer von Milliarden Ärschen auf der Welt.